KV Tag - diesmal in Kerstingerode

07. Oktober 2026

 

 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des zweiten KV Tages (2025 in der Stephanus Kirchengemeinde) bewerteten den Tag insgesamt sehr positiv. Daran anknüpfend wurde also auch für 2026 ein KV Tag geplant und durchgeführt. Inga Lutze aus dem KV der Apostelgemeinde und Lehrerin der Gartetalschule hat den Kontakt zur Schulleitung hergestellt, die uns sofort erlaubt hat, die Möglichkeiten dieser modernen Schule an dem Samstag zu nutzen. Herzlichen Dank dafür!

Welcher Stein spiegelt meine Situation im KV wieder? (Foto: L. Heinke)
Welcher Stein spiegelt meine Situation im KV wieder? (Foto: L. Heinke)

Am 19. September fanden sich Vertreter aus fast allen Kirchenvorständen unserer Region in der Grundschule Kerstlingerode zu einem Klausurtag zusammen. Ziel war es, sich noch besser kennen zu lernen, sich gegenseitig wahrzunehmen und auch zu schauen: auf welchem Stand sind wir gerade? Wo drückt der Schuh? Und wie wird die Zukunft aussehen?

Eine Arbeitsgruppe hatten den Tag ganz wunderbar geplant und strukturiert. Am Vormittag ging es um eine Bestandsaufnahme der Dinge, die wir beim letzten KV-Tag geplant hatten. Manches davon wird derzeit umgesetzt- so sind wir im Verband gerade konkret dabei, die Sekretariate der einzelnen Gemeinden miteinander zu verbinden und Strukturen zu schaffen, die auch dann noch tragen, wenn in einer kleinen Gemeinde kein Gemeindebüro mehr zu halten ist und immer weniger Pastoren für größere Bezirke zuständig sind. Andere Ideen, wie z.B. die Schaffung eines gemeinsamen Hausmeister- und Grünpflegepools wäre zwar eine große Erleichterung für unsere vielen Gemeinden, ist allerdings gar nicht so einfach umzusetzen.

 

Pause - danke für die mitgebrachten Kuchen (Foto: L. Heinke)
Pause - danke für die mitgebrachten Kuchen (Foto: L. Heinke)

Nach einer Mittags-Kuchenpause wagten wir den Blick in die Zukunft. Viele Kirchenkreise und ganze Landeskirchen überlegen gerade, wie wir die kirchlichen Strukturen so verändern können, dass sie auch dann noch passen, wenn mit der Umsatzsteuer und anderen Auflagen die Verwaltung immer mehr zunimmt, auf der anderen Seite aber aufgrund des demografischen Wandels die Gemeinden immer kleiner werden und sich weniger Ehrenamtlich finden, die das bewältigen können und wollen. Das ist ja jetzt schon Realität in vielen Gemeinden bei uns im Süden Niedersachsens.

Im Moment ist jede Kirchengemeinde, und sei sie noch so klein, ein eigener Rechtsträger, und muss also ihre geschäftlichen Dinge selbst regeln – obwohl es Unterstützung vom Kirchenamt gibt. Da bleiben viele Dinge, die wir eigentlich viel lieber machen wollen, zum Beispiel Planungen für Gemeinschaftsaktionen auf der Strecke. Eine Möglichkeit, das zu ändern, wäre, dass die Kirchengemeinden ihren Status als Körperschaft öffentlichen Rechts in den Verband oder in den Kirchenkreis abgeben. Dann könnte man sich wieder mehr um das eigentliche Gemeindeleben kümmern. Aber das hieße auch: Rechte und Besitz abgeben – was wohl nie einfach ist.

Die Auseinandersetzung damit war sehr anregend, was gut war. Veränderungen werden kommen. Und da ist es gut, sich darauf einzustellen und die eigenen Wünsche, Sorgen und Befürchtungen mit einzubringen, um sie mitzugestalten. Es war also ein ernstes Thema, aber tatsächlich trotzdem eine gute Stimmung, auch Chancen wurden wahrgenommen.

Zum Schluss konnten sich alle mit Pizza aus Wöllmarshausen stärken. Es war ein gelungener Tag mit vielen Möglichkeiten zum Austausch, der so ungeheuer wichtig ist, wenn wir uns gemeinsam auf den Weg machen. Ich persönlich kann nur sagen: Ich freue mich auf den nächsten KV-Tag!

Pastorin Julia Kettler