Nach einer Mittags-Kuchenpause wagten wir den Blick in die Zukunft. Viele Kirchenkreise und ganze Landeskirchen überlegen gerade, wie wir die kirchlichen Strukturen so verändern können, dass sie auch dann noch passen, wenn mit der Umsatzsteuer und anderen Auflagen die Verwaltung immer mehr zunimmt, auf der anderen Seite aber aufgrund des demografischen Wandels die Gemeinden immer kleiner werden und sich weniger Ehrenamtlich finden, die das bewältigen können und wollen. Das ist ja jetzt schon Realität in vielen Gemeinden bei uns im Süden Niedersachsens.
Im Moment ist jede Kirchengemeinde, und sei sie noch so klein, ein eigener Rechtsträger, und muss also ihre geschäftlichen Dinge selbst regeln – obwohl es Unterstützung vom Kirchenamt gibt. Da bleiben viele Dinge, die wir eigentlich viel lieber machen wollen, zum Beispiel Planungen für Gemeinschaftsaktionen auf der Strecke. Eine Möglichkeit, das zu ändern, wäre, dass die Kirchengemeinden ihren Status als Körperschaft öffentlichen Rechts in den Verband oder in den Kirchenkreis abgeben. Dann könnte man sich wieder mehr um das eigentliche Gemeindeleben kümmern. Aber das hieße auch: Rechte und Besitz abgeben – was wohl nie einfach ist.
Die Auseinandersetzung damit war sehr anregend, was gut war. Veränderungen werden kommen. Und da ist es gut, sich darauf einzustellen und die eigenen Wünsche, Sorgen und Befürchtungen mit einzubringen, um sie mitzugestalten. Es war also ein ernstes Thema, aber tatsächlich trotzdem eine gute Stimmung, auch Chancen wurden wahrgenommen.
Zum Schluss konnten sich alle mit Pizza aus Wöllmarshausen stärken. Es war ein gelungener Tag mit vielen Möglichkeiten zum Austausch, der so ungeheuer wichtig ist, wenn wir uns gemeinsam auf den Weg machen. Ich persönlich kann nur sagen: Ich freue mich auf den nächsten KV-Tag!
Pastorin Julia Kettler