In den traditionellen Gottesdienst mit Abendmahl hatte Superintendent Uhlhorn die jüdische Sederfeier eingewoben, quasi der Predigtteil des Gottesdienstes. Der von Juden überall auf der Welt gefeierte Sederabend ist der Auftakt zum Pessach-Fest, das an den Auszug des jüdischen Volkes aus ägyptischer Herrschaft erinnert. Im Rahmen des Seder-Mahls in 14 ritualisierten Schritten mit festgelegten Versen und Geschichten sowie zugeordneten Lebensmitteln wird der harten Zeiten der Sklaverei und der Flucht gedacht. (Details eines Seder-Mahls finden Sie gut zusammengefasst bei Wikipedia). Die entsprechenden Texte wurden von verschiedenen Gästen und Mitgliedern des Kirchenvorstands gelesen und die dazugehörigen Handlungen z. T. symbolisch nachvollzogen.
Das christliche Abendmahl mit Brot, Traubensaft oder Wein folgte, bevor der Superintendent den Gottesdienst mit dem Segen schloss und alle einlud, bei den vielfltigen Speisen zuzugreifen: „Guten Appetit“.
Über eine Stunde lang saß die Gemeinde dann noch beim Essen und guten Gesprächen zusammen.
Immer wieder wurde die besondere Wirkung der langen Tafel in der leeren Kirche betont. Was sich kaum in Worten ausdrücken lässt, war die ruhige, gelöste Stimmung, die in der Kirche herrschte. Schon alleine die Tatsache, dass man sich an der langen Tafel gegenseitig immer wieder um Speisen bitte musste („Kann ich nochmal den Fisch haben, bitte“) sorgte dafür, dass schnell Kontakt zu den Sitznachbarn aufgebaut wurde. Es war, als würden die dicken Mauern der nun im Inneren fast wieder fertiggestellten Kirche für eine Weile Schutz bieten vor den Sorgen und Ängsten des Alltags.
Danke an alle, die mit vorbereitet und hinterher mit aufgeräumt haben. Und danke an alle, die gekommen sind und mit uns dieses Tischabendmahl gefeiert haben!